Der erfolgreiche Stammtisch
"Marsch, Geest und Heide"
in Niedersachsen
Im
Jahre 1998 fuhren einige Züchter des BDG gemeinsam im Auto von der BDG-Jahreshauptversammlung
in Bonn / Bad Honnef (BDG = Bundesverband Deutscher Gallowayzüchter)
nach Hause. Das waren: Renate und Hermann Müller, Heike Engelhardt,
Klaus Micheli und ich - Renate Prior. Spontane Ideen sind immer die
besten und wir hatten die Idee, die Gallowayhalter aus unserer Gegend
zusammenzubringen. Uns schwebte vor, dass wir uns ca. alle drei Monate
in wechselnden Lokalitäten treffen und ich versprach, das Organisatorische
(Einladungen schreiben und Termine festlegen) in die Hand zu nehmen.
Gesagt,
getan. Da es bei uns ein Lokal gibt, das "Galloway" heisst, lag es nahe,
den ersten Stammtisch dort stattfinden zu lassen. Wir mieteten einen
kleinen Nebenraum, der Platz für 10 Personen hat. Als der erste Stammtisch
am 19.4.1998 stattfand, platzte dieser Raum schon aus allen Nähten,
denn da trafen sich bereits 15 interessierte Züchter. Schnell war klar,
dass ein lebhaftes Interesse auch an Betriebsbesichtigungen bestand
und so begannen wir, uns circa alle drei Monate bei einem anderen Züchter
zu treffen und anschliessend in ein Lokal dort in der Nähe einzukehren.
So kommt man auch als Gallowayzüchter viel herum, denn mittlerweile
sehen wir schon dem 20. Stammtisch entgegen und wir waren schon im Süden,
im Osten, im Westen und natürlich auch im Norden Niedersachsens. Auch
die Anzahl der Teilnehmer ist kontinuierlich gestiegen. Spitzenbesuche
lagen bei Müllers in Stelle mit 38 Personen, bei Priors in Hanstedt
mit 36 Personen und bei Wiegmanns in Sulingen mit 30 Teilnehmern. Niemals
waren es weniger als 16 Personen. Sensationell finde ich, dass einige
sogar Wege von 200 km auf sich nehmen, um zu unseren Stammtischen zu
kommen.
Im
Mai 2000 machten wir einen Stand auf dem Kiekeberg, das ist ein Heimatmuseum
südlich von Hamburg und dort finden Veranstaltungen statt, die Ernährung
aus der Region fördern sollen. Dort fanden unsere Gallowaywürste einen
hervorragenden Absatz.
Im
Februar 2001 bot unser Stammtischmitglied Adi Wiese in seiner eigenen
Schlachterei in Buchholz ein sogenanntes "Zerlegeseminar" an, das mit
28 Teilnehmern komplett ausgebucht war. Wir lernten dort, unseren Fleischkunden
kompetente Auskunft zu geben, aus welchen Teilen des Tieres das ihnen
gelieferte Fleisch besteht und wie die Qualität des hochwertig erzeugten
Fleisches auch in der letzten Verarbeitungsstufe erhalten bleiben oder
noch gesteigert werden kann. Vor unseren Augen wurde eine Galloway-Jungrindhälfte
von A bis Z zerteilt und verarbeitet. Manche Züchterkollegen legten
zu diesem Eintagesseminar 200 km trotz Eis und Schnee zurück.
Anfang
2001 reifte die Idee, ein eigenes Rezeptheft zu erstellen, mit dem wir
in der Hauptsache die Kunden unseres Stammtisches erfreuen wollten und
ein kleiner Arbeitskreis des Stammtisches erstellte dieses Heft. Dabei
reifte auch der Name unseres Stammtisches: "Gallowayzüchter aus Marsch,
Geest und Heide". Mittlerweile hat dieses Rezeptheft aber unsere Grenzen
gesprengt und wird längst von Bayern bis Schleswig-Holstein an Galloway-Kunden
verteilt. 4.000 Stück sind bereits gedruckt und verkauft und jetzt haben
wir eine neue Auflage gestartet.
Am
16.6.2002 präsentierte sich der Stammtisch "Marsch, Elbe und Geest"
auf dem Tag des offenen Hofes bei Renate und Hermann Müller. Bei traumhaftem
Wetter und hohen Besucherzahlen war dieser Tag erfüllt von interessanten
Informationsgesprächen und hervorragendem Essen.
Bei
den Stammtischen selbst kommen immer wieder auch neue Züchter dazu,
die von den "Alteingesessenen" unter die Fittiche genommen werden und
Hilfestellung in jeder Hinsicht bekommen. Berichte über übergeordnete
Versammlungen wie Bundesversammlung des BDG und Veranstaltungen der
niedersächsischen ZEH (Tarmstedt, Verden) werden von Dabeigewesenen
an die Verhinderten weitergegeben. Themen, die wir miteinander zu besprechen
haben, gibt es immer genug und wenn uns gar nichts mehr einfällt, wird
auch zusammen gelacht und gegessen.
Mittlerweile
hat sich noch ein Stammtisch im südlichen Niedersachsen etabliert, der
von Herrn Wilhelm Peters ins Leben gerufen wurde. Der Stammtisch nennt
sich "Hannover-West" und unsere beiden Stammtische haben regen Austausch
untereinander. Manch einer geht zu beiden Stammtischen und wir freuen
uns beide über rege Teilnahme.
Ich
persönlich danke allen für das, was sie zum Stammtisch beitragen und
würde mich freuen, wenn uns diese "Institution" in Niedersachsen noch
lange erhalten bliebe. Allen anderen Züchtern, die noch keinem Stammtisch
angehören, kann ich nur raten, die Initiative für so etwas zu ergreifen,
es entstehen auch neue und schöne Freundschaften dadurch und nicht zuletzt
auch geschäftliche Verbindungen.
Renate
Prior